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climatetales | vereintenationenberlin

September Rain

Durch Trockenheit
die weit und breit
sich Ländereien einverleibt

sind die Blätter
bei Sommerwetter

zu Boden gegangen

Vornächte

Blick nach oben
Himmel toben
Farbverwoben
Vögel kreischen
Gedanken weichen
Allgemeinem Staunen

Sommerschnee in Berlin

Sommersonnenschübe erleuchten trübe Blüten

zu Unzeiten
während Eingeweihte streiten

ergießen sich die Samen
ohne Erbarmen
und lassen Mensch und Tier erlahmen

Platzrinde

die frechen Fratzen
dieser Spatzen
lassen Rinden reihum platzen
die leise Meise
piept probeweise
ohne Aussicht auf Erfolg

Durchschuss | full penetration

selbst der frisch belaubte baum
schützt kaum
vor dem strahl
und dem stich
mitten ins gesicht

Frühlings Erwachen

Kontinuierlich kroch Kälte Alleen entlang, bis zum Anfang, bis zum Specht, der Gesprächsbereitschaft signalisierte – womit der Winter kollabierte.

Ein Nothubschrauber kam dann an, der bettete mit viel Geklacker das Wetter auf dem Gottesacker.

Berliner Wesen

Hagel und Schnee zogen über eine frostige Stadt
ebneten Häuser ein, Wege wurden glatt
Stockwerk um Stockwerk versank im Eis
der Pegel stieg von makellosem Weiß

Bald war Berlin vollständig eingehüllt
von betonhartem Gefrorenem erfüllt
Als mit einem Knall sich ein Riss auftat
Und heraus kroch das Wesen der Stadt

Kurz war alles still dann schloss sich der Riss
Die Stadt blieb zurück, taute später wieder auf,
Menschen in Arbeit, Menschen im Dauerlauf
doch seit diesem Winter fehlt der Stadt der Biss

selbst der fiese Fuchs flieht aus dem Park
zittert hinter der stinkigen Mülltonne, eingeklemmt wie im Sarg
So wie sie jetzt ist, ist die Stadt irrelevant
denn ohne Wesen fehlt`s der Stadt an Verstand

Ein Winterraum

Puderzuckerpuppenautos
parken bei Winterwetter lautlos
stumm senken Schneeflocken
sich wie wärmende Socken
auf die Stadtwinterszenerie
schöner stand Verkehr noch nie

Advent


Heute hat der Kalender
Sonnenschein gebracht
selbst nach dem nassen Vortag
selbst nach der kalten Nacht
ist die Adventstomate
lebendig rot erwacht

Fahrt zum Glück

sobald mir am kalten Montag morgen
die Straßenbahn vor der Nase wegfährt
und die nächsten drei Bahnen ausfallen
weiß ich mein Bitten unerhört
mein Bitten nach Glück

wär der Blick des Gegenübers wenigstens skeptisch
aber er ist inhaltslos
mir gleich versammelt sich die Montagsmeute
als Potpourri von toten Augen
harrt handytippend auf die nächste Bahn
als die dann einfährt drängt man voran
der Ellenbogen hilft ein Stück
Richtung Glück